Sie stehen in Washington, D.C., einer Stadt, die wie ein Diagramm gezeichnet und wie eine Geschichte erlebt wird. Das Raster ist ruhig und rational, doch die Diagonalen durchschneiden es mit Ehrgeiz – Alleen, die für Zeremonien, Prozessionen und für Geschichte als Bühne zu sein scheinen. Um Sie herum wirken Denkmäler wie Satzzeichen in der Landschaft, die bestimmte Erinnerungen und Ideale einfordern. Die Macht der Stadt liegt nicht nur darin, was hier geschieht, sondern auch darin, wie der Ort einem beibringt zu sehen: wohin die Sichtachsen führen, was ins Zentrum rückt, was zum Hintergrund wird. Beim Gehen fällt auf, wie Planung zu Symbolik wird und Symbolik zur Gewohnheit. Washington ist ein Entwurf, der von den Menschen immer wieder neu geschrieben wird, Moment für Moment.